Manfred Bruckuf

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20.10.1963
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22.07.2009

 

Manfred Bruckuf wurde am 20. Oktober 1963 in Worms geboren und wuchs mit seinen beiden älteren Schwestern in einem kleinen Ort in Rheinhessen auf.

Schon als kleiner Junge hatte er Freude daran, die Blumen wachsen und gedeihen zu sehen. Seine besondere Liebe galt den Rosen. Diese Liebe blieb Zeit seines Lebens erhalten. So wurde bei der Trauerfeier zu seiner Beisetzung in der Erinnerung an Manfreds Liebe zu Blumen – besonders zu Rosen der Titel von Hildegard Knef „Für mich soll's rote Rosen regnen" gespielt.

>Manfred hatte einen Sinn für alles Schöne. Als guter Schüler entdeckte er früh die Literatur für sich. Besonders Asterix und die Helden von Karl May hatten es ihm angetan.

Manfred liebte das Besondere. Wie sang die von ihm verehrte Knef:

„Ich kann mich nicht begnügen, will alles – oder nichts"

Er wollte alles; trug gern schicke Kleidung - gut sitzende Anzüge aus feinem Stoff.
Manfred war ein leidenschaftlicher, ein Genuss-Mensch. Er liebte gutes Essen, das er selbst mit viel Liebe und großem Geschick zubereitete, er liebte Musik und das Tanzen.
Aber seine erste berufliche Karriere als Bankkaufmann in einer ländlichen Region ließ wenig Andersartigkeit zu.
Deshalb überraschte es nicht, dass Manfred nach seinem "Coming out" mit 30 Jahren in Mannheim eine Kneipe übernahm.
Ein plötzliches Ende nahm diese schöne Etappe seines Lebens 1998 durch einen gesundheitlichen Zusammenbruch, im Rahmen dessen Manfred seiner Familie gestand, schon seit 10 Jahren mit dem Wissen zu leben, HIV-positiv zu sein.
Durch eine gute ärztliche Betreuung und die Einnahme von Medikamenten, die er bis dahin abgelehnt hatte, konnte Manfred sich körperlich und psychisch so weit stabilisieren, dass er nach Berlin umziehen konnte
Dank der Unterstützung durch die ZiK-Mitarbeiter (ZiK - Zuhause im Kiez – Ein gemeinnütziges Wohnprojekt) konnte Manfred einige sehr schöne Jahre verleben. Er kochte wieder für sich und andere, hatte viel Freude am Großstadtleben.
Nach einem erneuten Zusammenbruch im Sommer des Jahres 2006 konnte er sich nicht wieder erholen. Im „House of life" fand er in dieser Situation ein neues Zuhause und gute Versorgung. Er war gelähmt, auf pflegerische Hilfe angewiesen, das Sprechen fiel ihm schwer. Für Manfred war das ein inakzeptabler Zustand. So wollte er keinesfalls von seinen Freunden gesehen werden. Deshalb brach er sämtliche Kontakte zu seinem Freundeskreis ab. Verlässlich erhalten blieb trotz der großen Entfernung der Kontakt zu seiner Familie. Seine Eltern und Schwestern und ihre Familien nahmen ganz regelmäßig die Strapazen der langen Reise auf sich, um ihn zu besuchen. Diese Besuche und die Telefonate mit der Familie haben Manfred sehr viel bedeutet.

Die fast immer liegende Position, die Schluckbeschwerden führten mehrfach zu Lungenentzündungen.
An einer solchen Lungenentzündung starb Manfred am 22. Juli im
Auguste-Viktoria-Krankenhaus nach einer langen Zeit der Krankheit.>
Manfred hat einmal gesagt: „Der da oben hat mich vergessen."
en werden.
Er hat es ihm nicht leicht gemacht auf seinem Weg. Manfred musste viele Täler durchwandern, um dann und wann die Höhen des Lebens genießen zu können. Aber in aller Beschwerlichkeit gab Gott ihm immer Menschen an die Seite, die ihn begleitet haben und die das sehr gerne für ihn taten.
Er war zwar ein kleiner Mann, aber ein großer Mensch!